Lehrstuhl Prof. Dr. Nassehi
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Lehre

Wintersemester 2016/2017

  • Übung: "Theorie III- Durkheim"

2std., Mi 16-18 Uhr, Konradstr. 6, 309

Émile Durkheim ist einer der Gründerväter der Soziologie und hat sich wie kaum ein anderer um die akademische Etablierung des Fachs verdient gemacht; eines seiner zentralen Anliegen war es, die Soziologie als eigenständige Wissenschaft zu begründen. Was Durkheim unter dem Sozialen verstand, welche Vorgehensweisen er zur Erforschung sozialer Sachverhalte wählte und wie er damit nicht nur die Soziologie, sondern auch allgemeine, zum Teil bis heu-te wirkmächtige, Begriffe und Ideen prägte, wollen wir im Kurs anhand seiner Texte diskutieren.

  • Übung: „Theorie III – Max Weber“

2std., Mi 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 308

Max Weber ist wahrscheinlich der bekannteste Soziologe überhaupt und so verwundert es kaum, dass bis heute die Weber-Exegese einen hohen Stellenwert in unserem Fach hat. Auch der Kurs will zunächst zur intensiven Lektüre Weberscher Texte, mit einem Schwerpunkt auf den religionssoziologischen Arbeiten, einladen. Die religionssoziologischen Texte eigenen sich dazu besonders gut, da sie auf inhaltlicher, methodischer und nicht zuletzt auch auf litera-rischer Ebene besonders gut die Gründe für Webers Bekanntheit und Einfluss nachvollziehbar machen. Neben der fachgeschichtlichen Bedeutung der kanonischen Texte wird jedoch bis-weilen übersehen, danach zu fragen, was man für heutiges soziologisches Arbeiten von Max Weber lernen kann. Dies zu erörtern ist ebenfalls ein zentrales Anliegen des Kurses.

  • Phd. course, Aarhus University: Profession and organization

1.- 4. November 2016 4 ECTS

Monica Greco; Department of Sociology, Goldsmiths University London

Gina Atzeni; Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Justine Grønbæk Pors; Department of Management, Politics and Philosophy, Copenhagen Business School

Hanne Knudsen; Department of Education, Aarhus University, hakn@edu.au.dk

Our welfare society is characterized by reforms. These reforms change the interrelation between organization and profession, opening questions like: what counts as relevant knowledge, what is the role of management, how is the relation between various professionals, what is the role of the client/user, what is the base of the professionals’ authority. This Ph.D. course focuses on the interrelation between society, organization and profession, with empirical examples from education and medicine.

The aim of the course is to strengthen the ability of its participants to analyse relevant problems in a society eager to reform. It offers an overview of central concepts of research into professions and professional work, from a sociological angle. And it provides an analytical gaze for how much more is put at stake in relation to what professional work may mean and what may count as professional knowledge than current political reforms assumes responsibility for.

There are four main ingredients in the course:
1. We outline some of the main concepts and research questions concerning the interrelation between organization and profession in the works of sociological classics.
2. We present the problems that interest us especially in connection to the lay/ expert distinction.
3. We present methodological and analytical ‘takes’ on questions on profession.
4. Discussions on the participants’ work, in the form of paper presentations and through one to one conversations.

The course is of special relevance for Ph.D. students working with current tendencies concerning profession from various angles, doing empirical studies with a theoretical interest.

Sommersemester 2015

  • Seminar: Religionssoziologie - Politische Theologie soziologisch gelesen

4std., Mo 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 209, gemeinsam mit Dr. Stefan May

Manchmal scheint es, als würden Teile der zeitgenössischen Religionssoziologie die seltsame Differenz von „Kirche und Welt“ wie sie oft von Seiten kirchlicher Vertreter verwandt wird, um die Diskrepanz zwischen den eigenen Überzeugungen, Ausdrucksformen, Werten etc. und der ganz anders tickenden modernen Welt zum Ausdruck zu bringen, einfach verdoppeln. So werden entweder Religion und Moderne als Gegensätze gefasst, in denen dann Religion als das ganz Andere der Vernunft gleichsam exterritorialisiert wird, oder das Interesse richtet sich rein auf religiöse Phänomene (z.B. Gegenstände, Praktiken oder Einstellungen), ohne diese nach ihrer weiteren sozialen Verortung hin zu untersuchen.

Wir vermuten dagegen zunächst die Potenz soziologischer Auseinandersetzungen mit der Religion in der genaueren Analyse der inwendigen Verschränkung von Religion und Moderne, in ihrem Rationalisierungspotential, wie es beispielsweise Max Weber in seinen „Vorbemerkungen zur Religionssoziologie“ und in den „Zwischenbetrachtungen“ beschrieben hat. Danach besitzt Religion eine sozial formative Kraft, die über die Formen individueller Glaubens- und Ritualpraktiken hinausgeht.

Im Anschluss an die religionssoziologischen Ansätze der Klassiker der Soziologie geht es in unserem Seminar um die Frage, ob und in welcher Form religiöse Ideen bzw. das Religiöse ihre materielle Wirksamkeit in der Gegenwartsgesellschaft entfalten. In den Schnittmengen politischer Theologie, in den Formen der Säkularisation modernen Rechts und der Begründung der Menschenrechte, in den Pathologiebeschreibungen gelingender und misslingender Vergesellschaftung wird danach gefragt, wie das Religiöse eine bis in die Gegenwart anhaltende Wirksamkeit systematisch entfaltet. Dadurch sollen die unterschiedlichen Lesarten des Religiösen sowie ihre konflikthafte Verflechtung und Mischform in der modernen Gesellschaft genauer diskutiert werden.

  • Übung: Theorie 2 - Die soziologischen Klassiker und die Religion

2std., Mi 14-16 Uhr, Konradstr. 6, 209

Fast alle soziologischen Klassiker haben sich an zentraler Stelle ihres Werks mit Religion beschäftigt, wobei Religions- und Gesellschaftstheorie oft nahezu in eins fielen. Ziel des Kurses ist es, einen Überblick über verschiedene religionssoziologische Fragestellungen und die damit verbundenen theoretischen Konzepte zur modernen Gesellschaft zu erarbeiten.

Wintersemester 2014/2015

  • Seminar: Herrschaft, Eliten, Professionen

2std., Mo 12-14 Uhr, Konradstr. 6, 309, gemeinsam mit Prof. Dr. Armin Nassehi

Soziale Eliten im Allgemeinen und Professionen im Besonderen sind unverzichtbare Garanten sozialer Stabilität und gesellschaftlicher Integration in der differenzierten, unübersichtlichen Moderne.

Soziale Eliten im Allgemeinen und Professionen im Besonderen sind statusfixierte Gruppen, die aufgrund illegitimer Privilegien gesellschaftliche Macht an sich reißen, den vernünftigen Einzelnen rücksichtslos übervorteilen und damit die Gesellschaft insgesamt an den Rand des ökonomischen, ökologischen und sozialen Ruins treiben.

Soziale Eliten im Allgemeinen und Professionen im Besonderen sind überholte Strukturprinzipien der modernen Gesellschaft. Aufgrund ganz verschiedener sozialer Veränderungen wie Akademisierung, Demokratisierung oder der zunehmenden Macht großer Zahlen und schneller Computer verlieren sie mehr und mehr an gesellschaftlicher Bedeutung.

Diese – hier natürlich in unlauterer Weise zugespitzten – Positionen wechseln sich in der soziologischen Debatte historisch ab, bzw. koexistieren mehr oder minder friedlich.

Die Studierenden erwartet einerseits eine intensive Auseinandersetzung mit klassischen und neueren soziologischen Ansätzen zu Professionen, Eliten und Herrschaft. Andererseits soll anhand eigener aktueller Forschungsinteressen und gemeinsam mit Gästen nach zeitgemäßen theoretischen Beschreibungsformen für empirisch beobachtbare Veränderungen im gesellschaftlichen Verhältnis von Herrschaft, Eliten und Professionen gefragt werden.

  • Übung: Theorie 3 - Niklas Luhmann

2std., Mi 12-14 Uhr, Leopoldstr. 13, 1209

Der Kurs bietet anhand ausgewählter Texte einen Einstieg in das systemtheoretische Denken Niklas Luhmanns an. Darüber hinaus wird vor allem das empirische Potential dieser (oftmals als zu abstrakt und empiriefern kritisierten) soziologischen Theorie Thema sein.

Voraussetzung zur Teilnahme am Kurs ist die Bereitschaft zur intensiven Lektüre und Arbeit am Text.

Sommersemester 2014

  • Übung Professionssoziologie

Einzeltermine:

Freitag, 11.04.2014, 10:00 bis 12:00 Uhr, Konradstraße 6, 209

Freitag, 09.05.2014, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstraße 6, 109

Freitag, 30.05.2014, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstraße 6, 109

Freitag, 31.05.2014, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstraße 6, 109

Professionen sind besondere Arten von Berufen, das ist vielleicht eine gemeinsame Definition, auf die sich die Professionssoziologie einigen kann. Darüber jedoch, welche Berufe nun als Profession zu bezeichnen sind (etwa nur die „klassischen Professionen“, Pfarrer, Lehrer, Ärzte und Juristem, oder auch Sozialarbeiter, Krankenpfleger, Polizisten (oft auch als sog. Semi-Professionen bezeichnet) oder zunehmend auch modernere Berufe wie (Unternehmens-)Berater oder IT-Spezialist und vor allem warum (z.B. aufgrund ihrer spezifischen Expertise, eines besonderen Klientenbezugs oder hohen sozialen Status), gehen die Meinungen oft weit auseinander.

Der Kurs fragt, was Professionen sind und zwar nicht in Form einer Checklisten-Soziologie, die bestimmte Merkmale erfüllt sehen muss, um einem Beruf den Status der Profession zuzusprechen, sondern systematisch, indem das besondere Verhältnis der Professionen zur Gesellschaft analysiert wird. Wie dieses Verhältnis und seine Veränderung soziologisch beschrieben wurde soll in einem ersten Teil des Kurses erarbeitet werden. Der zweite Teil widmet sich der Frage nach der heutigen Bedeutung von Professionen: Beobachten wir die sogenannte „Professionalization of everyone“, die „Proletarisierung“ oder „De-Professionalisierung“ bislang hochangesehener professioneller Berufe oder hat sich die Form und Funktion von Professionalität analog zu anderen gesellschaftlichen Veränderungen weiterentwickelt?

Die Übung richtet sich an Studierende im Bachelor- und Masterstudiengang, die sich für die empirische Realität professioneller Berufe ebenso interessieren wie für deren gesellschaftstheoretische Verortung. Der Kurs setzt sich aus drei ganztägigen Blöcken zusammen; eine intensive selbstständige Vorbereitung und aktive Teilnahme an den Blockterminen wird erwartet.

  • Übung zur Bachelorarbeit und Masterarbeit am Lehrbereich Nassehi

Einzeltermine:

Freitag, 11.04.2014, 12:00 bis 14:00 Uhr, Konradstraße 6, 109

Freitag, 25.04.2014, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstraße 6, 309

Freitag, 16.05.2014, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstraße 6, 309

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie- und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen - je nach Stand der Arbeit - Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Bachelor- und Masterarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Wintersemester 2013/2014

  • Übung zur Einführung in die Soziologie

2std., Räume und Uhrzeiten werden auf der Seite zur Vorlesung "Einführung in die Soziologie" bekannt gegeben

Diese vorlesungsbegleitende Übung dient zur Vertiefung des in der Vorlesung erworbenen Wissens. Im Anschluss an die Vorlesung werden thematisch einschlägige Texte gemeinsam gelesen und aufbereitet. Der Umgang mit soziologischen Fachtermini und die selbstständige Anwendung des soziologischen Blicks stehen dabei im Vordergrund. Darüber hinaus besteht in dieser Übung ausreichend Gelegenheit, offen gebliebene Fragestellungen zur Vorlesung zu beantworten und weiterführende Fragestellungen zu entwickeln.

  • Übung zur Bachelorarbeit und Masterarbeit am Lehrbereich Nassehi

Einzeltermine:

Freitag, 18.10.2013, 10:00 bis 12:00 Uhr, Konradstr. 6, 308

Freitag, 22.11.2013, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstr. 6, 308

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie- und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen - je nach Stand der Arbeit - Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Bachelorarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Diese Übung ist (mit Ausnahme der Studierenden die von Frau Dr. Saake betreut werden) für Studierende bestimmt, die am Lehrstuhl von Prof. Dr. Nassehi ihre B.A.-Arbeit bzw. M.A.-Arbeit verfassen.


Sommersemester 2013

  • Masterübung: Medizinsoziologie

2std., Mi. 14:00 - 16:00, Kon. 109

Ziel der Übung ist es, gemeinsam einen – notwendig kursorischen – Überblick über die Entwicklung und den aktuellen Stand medizinsoziologischer Forschung zu erarbeiten. Neben der bloßen Rezeption dieser Ansätze, geht es darum, die diesen zugrundeliegenden gesellschaftstheoretischen Annahmen zu erfassen und so das Verhältnis von Medizinsoziologie und Soziologie einerseits und von Medizinsoziologie und Gesellschaft andererseits zu untersuchen.

  • Theorie 2: Religionen erforschen

2std., Di. 10:00 - 12:00, Kon. 109

Anhand der Frage, wie Religion wissenschaftlich erforscht werden kann, bietet der Kurs einen einführenden Überblick über zentrale Theoriepositionen der Religionssoziologie und Religionswissenschaft. Wir wollen weniger danach fragen, wie man Religion adäquat erforscht, sondern vielmehr danach, wie sich der Gegenstand Religion verändert, je nachdem mit welchem theoretischen und begrifflichen Instrumentarium man ihn betrachtet. Neben klassischen religionssoziologischen und religionswissenschaftlichen Ansätzen (etwa der Religionsphänomenologie und ihrem Interesse am spezifisch Anderen der religiösen Erfahrung oder Max Webers klassischer Frage nach der Kulturbedeutung der Religion) werden auch neuere Ansätze beider Disziplinen diskutiert, die stärker nach den sozialen und kulturellen Konstitutionsbedingungen von Religion fragen.Die jeweiligen Ansätze werden danach befragt, welches Religionsverständnis ihnen zugrunde liegt und was man mit ihnen in den Blick bekommt.

Die interdisziplinäre Veranstaltung richtet sich sowohl an Studierende der Soziologie als auch der Religionswissenschaft.

  • Übung zur Bachelorarbeit und Masterarbeit am Lehrbereich Nassehi

Einzeltermine:

Mittwoch, 17.04.2013, 16:00 bis 18:00 Uhr, Konradstr. 6, 109
Freitag, 24.05.2013, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstr. 6, 309
Freitag, 21.06.2013, 09:00 bis 18:00 Uhr, Konradstr. 6, 309

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie- und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen - je nach Stand der Arbeit - Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Bachelorarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Diese Übung ist (mit Ausnahme der Studierenden die von Frau Dr. Saake betreut werden)für Studierende bestimmt, die am Lehrstuhl von Prof. Dr. Nassehi ihre B.A.-Arbeit bwz. M.A.-Arbeit verfassen.


Wintersemester 2012/2013

  • Forschungspraktikum qualitativ: Was passiert eigentlich, wenn man permanent von Wandel spricht? Soziale Bilder der Veränderung im Kultur- und Gesundheitsbereich und deren Konsequenzen

4std. + Übung 2std., Mo. 14-18, Di. 10 - 12, Kon. 308. (gemeinsam mit Victoria von Groddeck)

Die Gesellschaft verändert sich. Dies scheint eine banale Aussage unserer Zeit zu sein. Aktuelle wissenschaftliche wie alltägliche oder massenmediale Aussagen kommen kaum ohne diesen konstativen Satz aus. Aber das Phänomen des radikalen Wandels ist kein dezidiert zeitgenössisches Phänomen. Schon die Gründungsväter der Soziologie sehen die Beschreibung radikaler Veränderung als eine ihrer Kernaufgaben. So beschreibt Auguste Comte beispielsweise die Veränderung epistemologischer Kategorien, Karl Marx eruiert den Zusammenhang ökonomischer Strukturen und revolutionärer Umbrüche und Max Weber geht der Bedeutung von Kulturphänomenen für gesellschaftliche Wandlungsprozesse nach. Den nachfolgenden soziologischen Generationen geht es darum, Theorien des Wandels zu entwickeln (z. B. Evolutionstheorien) oder Methoden zur Beobachtung sozialstruktureller Veränderung zu erarbeiten. Sozialer Wandel ist somit eine Grundkategorie soziologischer Forschung. Das Verstehen sozialer Veränderungen soll dabei helfen, die Komplexität der Gesellschaft zu verstehen, um so überhaupt mit Neuem, Überraschendem umgehen zu können.In dieser Veranstaltung geht es einerseits darum, anhand der Lektüre theoretischer Texte nachzuvollziehen, wie die Kategorie der Veränderung überhaupt konstruiert wird und welche Bilder von Gesellschaft daraus entstehen. Anderseits soll empirisch erforscht werden, wie die Kategorie der Veränderung in bestimmten sozialen Settings gefasst wird und welche Konsequenzen daraus praktisch entstehen. Zur Beantwortung dieser Frage werden zwei ganz unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche in den Blick genommen, denen jedoch beiden immer wieder zugeschrieben wird, dass sie sich rasant verändern: Der Kultur- und der Gesundheitsbereich. Beide Bereiche scheinen mit vermeintlich finanziellen Kürzungen zu kämpfen und so unter Legitimierungs- und Professionalisierungsdruck zu geraten. So müssen beispielsweise Museen unter zunehmenden Finanzierungsdruck deutlich mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um neue Förderer zu gewinnen und um plausibel zu machen, welche gesellschaftliche Funktion eine Kulturinstitution bzw. die Kunst als solche hat. Im Gesundheitsbereich gilt es zwischen ökonomischen Effizienzprozessen und medizinischen Qualitätsmaßstäben zu vermitteln. Dabei verschieben sich gesellschaftliche Vorstellungen legitimer medizinischer Praxis und es lassen sich dann u.a. Machtverschiebungen zwischen der ärztlichen und neuen bzw. sich verändernden Professionen (z.B. Pflegekräfte, Krankenhausmanager, Ernährungsberater) beobachten. Anhand dieser beiden Fälle sollen in kleinen Forschungsgruppen soziologische Studien durchgeführt werden (Erhebung und Auswertung des Materials, Präsentation der Ergebnisse), die analysieren, welche Bilder und Konstruktionen von Wandel und Veränderung in diesen Bereichen vorherrschen und wie diese die Praxis dieser Felder beeinflussen.

Die Übung vermittelt Einblicke in die theoretische Fundierung und Planung eines Forschungsprojekts und gibt die Möglichkeit, selbst intensiv empirische Erhebungen durchzuführen. Je nach Gegenstand und Fragestellungen kommen dabei verschiedene Methoden der qualitativen Sozialforschung zur Anwendung. Diese werden praxisbezogen vermittelt und eingeübt. Studierenden, die sich mit der Idee tragen eine Bachelorarbeit in den genannten Bereichen zu schreiben, bietet das Forschungspraktikum eine gute Möglichkeit, sich bereits vorab intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und die hier generierten Daten für die eigene Arbeit zu nutzen.

Die Teilstudie zur Medizin wird in Kooperation mit dem Allgemeinmedizinischen Institut der Technischen Universität München http://www.am.med.tum.de/ durchgeführt

  • Methodenwerkstatt empirische Sozialforschung (Lehrauftrag an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München)

Blockseminar + begleitende Betreuung, Freitag 19.10.2012: 10:00 - 12:00 Uhr, Freitag 23.11.2012 und 11.01.2012 jeweils 09:00 - 18:00 s.t..

Das Kursangebot richtet sich an Studierende, die eigene empirische Forschungsprojekte (z. B. im Rahmen einer Abschlussarbeit) durchführen oder vorbereiten. Ziel ist es, gemäß den Forschungsdesideraten der Teilnehmer einen einführenden Überblick über verschiedene mögliche Ansätze qualitativer Sozialforschung zu erarbeiten. Anhand der Forschungsprojekte der Teilnehmer sollen konkret die Möglichkeiten (und Grenzen) empirischer Sozialforschung –  sowohl bei der Methodenwahl und Datenerhebung als auch bei der Analyse und Interpretation – auszugelotet werden.

  • Übung zur Einführung in die Soziologie

2std., Räume und Uhrzeiten werden auf der Seite zur Vorlesung "Einführung in die Soziologie" bekannt gegeben

Diese vorlesungsbegleitende Übung dient zur Vertiefung des in der Vorlesung erworbenen Wissens. Im Anschluss an die Vorlesung werden thematisch einschlägige Texte gemeinsam gelesen und aufbereitet. Der Umgang mit soziologischen Fachtermini und die selbstständige Anwendung des soziologischen Blicks stehen dabei im Vordergrund. Darüber hinaus besteht in dieser Übung ausreichend Gelegenheit, offen gebliebene Fragestellungen zur Vorlesung zu beantworten und weiterführende Fragestellungen zu entwickeln.


Sommersemester 2012

  • Theorie II: Professionssoziologie

2std., Mo. 16-18, Konradstr. 6, 209

Seit die Soziologie sich für Professionen interessiert,  gibt es Diskussionen darum, was das Spezifikum der Profession ist, welche Bedeutung Professionen für die Gesellschaft haben und wie gesellschaftlicher Wandel die Professionen und ihre Mitglieder verändern. Die (für Soziologie und Gesellschaft  gleichermaßen) faszinierende Zentralfigur ist in diesem Zusammenhang die des Arztes.  Der heroische „Halbgott in Weiß“, der kritisierte Paternalist und Beutelschneider und aktuell der ausgebrannte, deprofessionalisierte oder proletarisierte Berufsarzt sind dabei wechselnde Fremdbeschreibungen.

Die Übung hat zum Ziel, einerseits systematisch die verschiedenen theoretischen Positionen der Soziologie zum Arztberuf herauszuarbeiten und diese andererseits mit ärztlichen Selbstbeschreibungsformen zu kontrastieren. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit soziologischer Theorie und empirischen Studien zum Thema. Darüber hinaus soll anhand einer eigenen kleine Erhebung und Analyse ein eigenständiger, kritischer Blick auf die soziologische Literatur zur Professionalität des Arztes in Zeiten mündiger Patienten, leerer Gesundheitskassen und externer Steuerungsversuche entwickeln werden.

  • Theorie II: Religionssoziologie

2std., Mo. 8-10, Kondradstr. 6, 109

Während den soziologischen Gründervätern die Auseinandersetzung mit der Religion noch selbstverständlich war,  Religions- und Gesellschaftstheorie vielfach geradezu in eins fielen, verschwand  das Interesse an religionssoziologischen Fragestellungen zeitweise fast völlig. Seit  den 1990er Jahren kann man wieder verstärkt Interesse an der Religion beobachten, wobei kirchensoziologische Fragestellungen (etwa die nach Gründen für und möglichen Maßnahmen gegen massenhafte Kirchenaustritte, nach dem Zusammenhang von Kirchenzugehörigkeit und sozialem Milieu oder nach den immer uneindeutigeren Formen von Patchwork-Religiosität)  im Mittelpunkt des Interesses stehen.   Fragen nach möglichen gesellschaftstheoretischen Implikationen der Religionssoziologie rückten dabei zunehmend aus dem Blick und wurden meist nur am Rande, etwa hinsichtlich angeblich nicht modernitätsfähiger Religionen wie dem Islam,  gestellt.
Das Seminar fragt in Auseinandersetzung mit den Klassikern der Soziologie wie aktuelleren Studien nach dem Zusammenhang von Religionssoziologie und Gesellschaftstheorie unter den Bedingungen einer funktional differenzierten Gesellschaft.

  • Übung zur Bachelorarbeit

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie- und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen - je nach Stand der Arbeit - Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Bachelorarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.


Wintersemester 2011/2012

  • Theorie II: Arztberuf im Wandel. Einführung in die Professions- und Medizinsoziologie

2std., Mi. 16-18, Leopoldstr. 13, 1208

Der Arzt ist für zwei Bindestrich-Soziologien, die Professions- und die Medizinsoziologie eine zentrale Figur. Als das Beispiel für eine klassische Profession und als zentrale Figur im System medizinischer Versorgung ist der Arztberuf wohl eine der am besten erforschten Berufe.

Der Kurs gibt einen Überblick über klassische professions- und medizinsoziologische Positionen und diskutiert vor diesem Hintergrund Wandlungsprozesse im ärztlichen Berufsbild. Von Interesse sind hier insbesondere moderne Entwicklungen wie das zunehmen von Kunstfehlerprozessen, die Fremdsteuerung medizinischer Praxis im Rahmen von Standardisierungsbestrebung und externer Kostenkontrolle sowie medizin- und bioethische Kontexte, die die alleinige Entscheidungskompetenz des Arztes in medizinisch riskanten Situationen hinterfragen.

  • Theorie III: Max Weber

  2std., Mo. 8-10, Kon. 309

Der Kurs will einen Einblick in die Theorie Max Webers und deren Rezeption geben. Darüber hinaus wird die Frage gestellt, ob und wenn ja wie die eigene soziologische Arbeit heute noch von Weberschem Denken profitieren kann.

  • Übung zur Einführung in die Soziologie

Diese vorlesungsbegleitende Übung dient zur Vertiefung des in der Vorlesung erworbenen Wissens. Im Anschluss an die Vorlesung werden thematisch einschlägige Texte gemeinsam gelesen und aufbereitet. Der Umgang mit soziologischen Fachtermini und die selbstständige Anwendung des soziologischen Blicks stehen dabei im Vordergrund. Darüber hinaus besteht in dieser Übung ausreichend Gelegenheit, offen gebliebene Fragestellungen zur Vorlesung zu beantworten und weiterführende Fragestellungen zu entwickeln.

  • Methodenwerkstatt empirische Sozialforschung (Lehrauftrag an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München)

2-stündig, Blockveranstaltung

Das Kursangebot richtet sich insbesondere an Studierende, die eigene empirische Forschungsprojekte (z. B. im Rahmen der Abschlussarbeit) durchführen oder vorbereiten. Neben einem einführenden Überblick über verschiedene Ansätze qualitativer Sozialforschung soll anhand der Diskussion aktueller empirischer Studien ein Gefühl für die Möglichkeiten und Grenzen qualitativer Sozialforschung entwickelt werden. Ein zentrales Anliegen des Kurses ist zudem die Arbeit am eigenen Datenmaterial der Teilnehmer. Hier können sowohl Probleme bei der Methodenwahl, der Datenerhebung sowie der Analyse und Interpretation diskutiert und gemeinsam bearbeitet werden.


Sommersemester 2011:

  • Seminar: Religionssoziologie

4-stündig, Mi. 10-12, Konradstr. 6, 308
gemeinsam mit Armin Nassehi

In aktuellen Debatten erscheinen Religion und Moderne oft als eindeutige Gegensätze. Diskutiert wird etwa die Modernitäts(un)fähigkeit des Islam bzw. seiner Anhänger, der Zölibat als eindrückliches Beispiel katholischen Anti-Modernismus oder aber es wird auf letzte widerständige Potentiale gehofft, die in der als entgrenzt empfundenen Moderne am ehesten noch von der Religion  erwartet werden (z. B. Bioethik, Exzesse der Finanzwirtschaft). Dabei sind die Grundlagen solcher Diagnosen zumeist (empirisch mehr oder weniger korrekte) Beobachtungen, die ganz spezifische, zumeist implizit bleibende, Konzepte dessen beinhalten, was unter Religion bzw. Moderne zu verstehen ist.

Ziel des Seminars ist es, diese vermeintlich eindeutigen Diagnosen zu hinterfragen. Hierfür werden zum einen klassische Texte herangezogen, um an diesen zu sehen, warum gerade die Beschäftigung mit Religion für die Entstehung unseres Fachs von zentraler Bedeutung ist. Zum anderen werden auch aktuellere Theorieansätze und Studien auf deren Verhältnisbestimmung von Religion und Moderne hin befragt. Dabei werden wir sehen, dass die Antworten auf die Frage nach dem Verhältnis von Religion und Moderne sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem ob man sich etwa für religiöses Erleben, Organisationsformen von Religion oder für religiöse Kommunikation interessiert und dass ein eindeutiger Gegensatz, eine Unvereinbarkeit keineswegs so eindeutig behauptet werden kann, wie es auf den ersten Blick scheint.

Literatur:
Troeltsch, Ernst (1907), Das Wesen des modernen Geistes, in: Preußische Jahrbücher 128, S. 1-40.

 


Sommersemester 2010:

  • Theorie II: Einführung in die Religionssoziologie

2-stündig, Mi. 14-16, Theresienstr. 39 (B), B 046

gemeinsam mit Friedeman Voigt.

Die Bedeutung der Religion für Gesellschaft und Kultur hat in den letzten Jahren wieder starke Beachtung gefunden. In den Sozialwissenschaften wird die Rolle religiöser Institutionen, Mentalitäten und Kommunikation für ein Verständnis moderner Gesellschaften neu gewürdigt. Auch in der Theologie ist längst erkannt, dass die Fragen der Ethik und verantwortliches Handeln der Kirche nur unter Berücksichtigung der tatsächlichen soziokulturellen Bedingungen erörtert werden können. Das Seminar ist eine interdisziplinäre Veranstaltung von Soziologie und Evangelischer Theologie. Es führt anhand klassischer und aktueller Texte sowie empirischer Studien in die Fragestellungen und Deutungsmuster der Religionssoziologie ein. Im Gespräch zwischen den beiden Disziplinen geht es auch darum, einen Sinn für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Perspektiven zu entwickeln und für das Verständnis des Themas „Religion" fruchtbar zu machen.

  • Methodenwerkstatt empirische Sozialforschung (Lehrauftrag an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München)

2-stündig, Blockveranstaltung

Das Kursangebot richtet sich insbesondere an Studierende, die eigene empirische Forschungsprojekte (z. B. im Rahmen der Abschlussarbeit) durchführen oder vorbereiten. Neben einem einführenden Überblick über verschiedene Ansätze qualitativer Sozialforschung soll anhand der Diskussion aktueller empirischer Studien ein Gefühl für die Möglichkeiten und Grenzen qualitativer Sozialforschung entwickelt werden. Ein zentrales Anliegen des Kurses ist zudem die Arbeit am eigenen Datenmaterial der Teilnehmer. Hier können sowohl Probleme bei der Methodenwahl, der Datenerhebung sowie der Analyse und Interpretation diskutiert und gemeinsam bearbeitet werden.

Literatur: Nassehi, Armin/Saake, Irmhild (2002): Kontingenz: Methodisch verhindert oder beobachtet? Ein Beitrag zur Methodologie der qualitativen Sozialforschung. In: Zeitschrift für Soziologie 31, S. 337-343.


Wintersemester 09/10:

  • Theorie II: Expertise

2-stündig, Mi. 14-16, Konradstr. 6, 308

Im Krankheitsfall konsultieren wir einen Arzt, und trotz der Finanzkrise bewahren nur die wenigsten ihr Erspartes unter der Matratze sondern verlassen sich auf die Expertise von Finanzberatern und Bankern. Es gibt offensichtlich kaum einen Bereich unseres Lebens, der ohne Expertenrat auskommt oder für den es nicht zumindest das Angebot professioneller Beratung und Hilfe gäbe. Gleichzeitig kann man beobachten, dass Experten stärker denn je Kritik ausgesetzt sind. Ziel des Kurses ist es, die scheinbar widersprüchliche Beobachtung der Unabkömmlichkeit bei gleichzeitiger Kritik von Expertise soziologisch zu beleuchten. In den Blick genommen werden dabei unterschiedliche Vermittlungsformen von Expertise und deren Funktion in unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen.


Wintersemester 08/09:

  • Theorie II: Risiko und Verfahren - Einführung in die politische Soziologie (Politische Soziologie/Medizinsoziologie)

2-stündig, Di 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 308 Übungsraum
gemeinsam mit Elke Wagner

Geht es um die Entscheidung riskanter Fragestellungen, wird zusehends häufiger auf Formen partizipativer Verfahren zurückgegriffen: sei es in medizinethischen Entscheidungslagen, bei Fragen zur grünen Gentechnik oder bei der Technikfolgenabschätzung. Überall dort wird nicht mehr länger auf die Expertise einzelner Entscheider vertraut. Hingegen steht die alleinige Entscheidungsmacht von Medizinern, Politikern oder Juristen unter Paternalismusverdacht und es geraten nun Laien und fachfremde Professionelle ins Blickfeld, die an der Vorbereitung von riskanten Entscheidungen mitwirken. Welche Bedeutung kommt den Verfahren zu? Wer wird dabei als legitimer Akteur sichtbar? Und welche Folgen hat die verfahrensmäßige Beratung für die Form der Expertise?

Diese Fragestellungen werden im Rahmen dieses Kurses zur Diskussion gebracht. Der Kurs verfolgt dabei zweierlei: Einerseits wird es darum gehen, anhand von klassischen Texten zur Verfahrenssoziologie die Bedeutung von Verfahren zu rekonstruieren. Weiterhin soll anhand empirischer Studien gezeigt werden, was die Implementierung von Verfahren für unterschiedliche Praxen bedeutet, die an die alleinige Entscheidung des Professionellen gewöhnt waren. Der Kurs bietet damit sowohl eine Einführung in die politische Soziologie als auch in Grundannahmen der Medizinsoziologie.

Literatur:
Niklas Luhmann (1969): Legitimation durch Verfahren. Frankfurt/M.

  • Übung: Einführung in die Soziologie

2-stündig, Mo 12-14 Uhr, Konradstr. 6, 109 Übungsraum

Diese vorlesungsbegleitende Übung dient zur Vertiefung des in der Vorlesung erworbenen Wissens. Im Anschluss an die Vorlesung werden thematisch einschlägige Texte gemeinsam gelesen und aufbereitet. Der Umgang mit soziologischen Fachtermini und die selbstständige Anwendung des soziologischen Blicks stehen dabei im Vordergrund. Darüber hinaus besteht in dieser Übung ausreichend Gelegenheit, offen gebliebene Fragestellungen zur Vorlesung zu beantworten und weiterführende Fragestellungen zu entwickeln.

Literatur: 
Nassehi, Armin (2008): Soziologie. Zehn einführende Vorlesungen, Wiesbaden, VS Verlag.


Sommersemester 2008:

  • Theorie III: Systemtheoretische Organisationssoziologie

2-stündig, Mo 8-10 Uhr, Konradstr. 6, 309 Übungsraum

Organisationen stellen Muster auf Dauer. Dieser kurze Satz ist zugleich ein Ausdruck für den oft beklagten Makel und die große Stärke von Organisationen. Fast jeder kennt die Klage von der unflexiblen, unpersönlichen und innovationsverhindernden Bürokratie, gleichzeitig ist kaum ein Aspekt der modernen Gesellschaft ohne Organisationen denkbar; auch die hier angekündigte Lehrveranstaltung wird es nicht nur thematisch sondern immer wieder auch ganz real mit beiden Seiten der Medaille zu tun haben. Der Kurs richtet sich an Studierende, die sich für die theoretischen Grundlagen der systemtheoretischen Beobachtung von Organisationen sowie für deren praktische Anwendung interessieren. Zunächst soll anhand klassischer Texte die systemtheoretische Perspektive auf Organisationen erarbeitet werden, bevor wir aktuelle organisationssoziologische Studien auf die empirische Relevanz des Ansatzes hin lesen. Ziel ist es, das theoretische und methodische Rüstzeug für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Organisationen zu erarbeiten, parallel hierzu jedoch nicht den Blick für die Funktion und Bedeutung von Organisationen für die moderne Gesellschaft zu verlieren.

Literatur:
Luhmann, Niklas (1964): Funktionen und Folgen formaler Organisation, Berlin.
Nassehi, Armin (2002): Die Organisationen der Gesellschaft. Skizze einer Organisationssoziologie in gesellschaftstheoretischer Absicht. In: Jutta Allmendinger/Thomas Hinz (Hg.): Soziologie der Organisation, Sonderband der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Opladen, S. 43-478.

  • Theorie II: Risiko und Verfahren (Politische Soziologie/Medizinsoziologie)

2-stündig, Do 16-18 Uhr, Konradstr. 6, 108 Übungsraum

gemeinsam mit Elke Wagner

Geht es um die Entscheidung riskanter Fragestellungen, wird zusehends häufiger auf Formen partizipativer Verfahren zurückgegriffen: sei es in medizinethischen Entscheidungslagen, bei Fragen zur grünen Gentechnik oder bei der Technikfolgenabschätzung. Überall dort wird nicht mehr länger auf die Expertise einzelner Entscheider vertraut. Hingegen steht die alleinige Entscheidungsmacht von Medizinern, Politikern oder Juristen unter Paternalismusverdacht und es geraten nun Laien und fachfremde Professionelle ins Blickfeld, die an der Vorbereitung von riskanten Entscheidungen mitwirken. Welche Bedeutung kommt den Verfahren zu? Wer wird dabei als legitimer Akteur sichtbar? Und welche Folgen hat die verfahrensmäßige Beratung für die Form der Expertise? Diese Fragestellungen werden im Rahmen dieses Kurses zur Diskussion gebracht. Der Kurs verfolgt dabei zweierlei: Einerseits wird es darum gehen, anhand von klassischen Texten zur Verfahrenssoziologie die Bedeutung von Verfahren zu rekonstruieren. Weiterhin soll anhand empirischer Studien gezeigt werden, was die Implementierung von Verfahren für unterschiedliche Praxen bedeutet, die an die alleinige Entscheidung des Professionellen gewöhnt waren. Der Kurs bietet damit sowohl eine Einführung in die politische Soziologie als auch in Grundannahmen der Medizinsoziologie.

Literatur:
Niklas Luhmann (1969): Legitimation durch Verfahren. Frankfurt/M.

  • Diplomandenexercitium

2-stündig, Mi 18-20 Uhr, Konradstr. 6, 309 Übungsraum

gemeinsam mit Elke Wagner

Das Diplomandenexercitium bietet Diplomierenden die Möglichkeit das eigene Material und die eigene Fragestellung mit anderen Studierenden, die ebenfalls eine Qualifikationsarbeit erstellen müssen, zu diskutieren. Das Veranstaltungsformat dient also einerseits dazu, die eigene Forschungsarbeit diskursiv zu beleuchten, und weiterhin von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Entscheidender Bestandteil dieser Diplomandenbetreuung ist eine Förderung der Zusammenarbeit in Gruppen.


Servicebereich