Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie
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Forschung

Aktuelles Forschungsprojekt:
Optionssteigerung durch produktive Selbstbeschränkung? Resiliente Strukturen experimenteller Institutionalisierung

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Mit freundlicher Genehmigung des Museo Correale di Terranova - Sorrento, Italien
Silvio Salvatore Gargiulo (Sorrento 1868-1944): Odisseo e le Sirene (Intarsio)

Moderne Gesellschaften charakterisiert ein Anstieg an Handlungsoptionen bei gleichzeitigem Zuwachs an Entscheidungsdruck.Mit dem Recht haben sie Prozeduren institutionalisiert, mit welchen auf die exponentielle Zunahme von Entscheidungsproblemen reagiert werden kann. Das Forschungsprojekt untersucht einen möglichen Rechtsformenwandel in der Regulation dieser Entscheidungskonflikte: Gehen mögliche „Resilienzreserven“ des Rechts in diesem Veränderungsprozess verloren? Oder kommt es zu neuen Rechtsformen?

Unter dem Stichwort „rechtliche Selbstbindungsmechanismen“ analysiert das Forschungsprojekt daher sich verändernde Entscheidungsprozeduren moderner Gesellschaften.

Institutionen können handlungsorientierend wirken. Entweder schaffen sie spezifische Programmierungen und Institutionalisierungen („Ethik-Kommissionen“), oder aber sie formulieren abstraktere Prinzipien („Vorsorgeprinzip”), durch die sich für die Beteiligten neue Entscheidungsspielräume eröffnen.
Zu beobachten ist: Immer öfter sind Akteure gezwungen, ad-hoc zu reagieren, ohne dabei auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu können. Denn die neuen Entscheidungssituationen können immer weniger auf Grundlage eines erfahrungsbasierten Wissens entschieden werden.

Daher werden neue Formen der Verantwortung, Transparenz und Partizipation eingefordert. Diese „Lösungsangebote“ erweisen sich jedoch oftmals als ambivalent: Ein Zuviel an Transparenz kann die Entscheidungsfähigkeit wieder mindern, ein Zuviel an Partizipation Desinteresse an politischen Prozessen auslösen.
Den hiermit einhergehenden Rechtsformenwandel untersucht das Forschungsprojekt empirisch an Ethik-Kommissionen (mit Fokus auf das Feld der Biomedizin) und aktuellen Veränderungen im Risikoverwaltungsrecht (mit Fokus auf die Chemikalienregulierung).

Beteiligte Personen: Dr. Stefan May, PD Dr. Dipl.-Ing. Stefan Böschen, Roman Thurn, M.A., Jana Fritsche, wiss. Hilfskraft

Gefördert von: Bayerisches Staatsministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst

Projektdauer: 01.06.2013 - 31.05.2017

Internetauftritt des Forschungsverbundes


Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • 01.07.2005 - 01.07.2009: Reflexiver Konstitutionalismus? Rechtsformenwandel im Prozess reflexiver Modernisierung (DFG)
  • 01.07.2002 - 01.07.2005: Nebenfolgen im Recht: risikorechtliche Regulierung neuer Risiken am Beispiel der Biomedizin (DFG)
  • 01.07.1999 - 01.07.2000: Institutionelle Folgen kognitiver Ungewißheit und normativer Unsicherheit am Beispiel der Humangenetik (DFG)
  • 01.01.1999 - 01.07.2000: Steuerungsrechtliche- und steuerungspolitische Fragen der Humangenetik (VW)
  • 01.01.1997 - 31.12.1998: Normierung professionellen Handelns im Spannungsfeld von Rechtsrahmen, professioneller Selbstkontrolle und reflexiver Kompetenz am Beispiel der Humangenetik (VW)