Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie
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Lehre

Lehrveranstaltungen Wintersemester 2021/22

Einführung in die Rechtssoziologie (Vorlesung, BA)

Die Vorlesung „Einführung in die Rechtssoziologie“ diskutiert die spezifische Rolle des Rechts für die Organisation und Gewährleistung sozialer Ordnung. Neben einer vertieften Darstellung der Klassiker der Rechtssoziologie (insbesondere Karl Marx, Émile Durkheim, Max Weber, Rational-Choice-Theorie und Niklas Luhmann) kommen auch die empirische Rechtssoziologie unterschiedlicher Bereiche wie Risikorecht, Medizinrecht und transnationales Recht zur Sprache.Schließlich erarbeitet die Einführungsvorlesung die Phänomene „Kriminalität und Strafe“ sowie „Gerichtsverfahren“.

Übung zur Vorlesung 'Einführung in die Rechtssoziologie' (Tafelübung, BA)

Die Tafelübung versteht sich als Vertiefung bzw. Ergänzung zur Einführungsvorlesung in die Rechtssoziologie. In ihr werden zu verschiedenen Schwerpunkten der Rechtssoziologie vertiefte Lektürevorschläge diskutiert, die sich auf rechtstheoretische und rechtssoziologische Debatten der Gegenwart konzentrieren. Zudem bietet die Tafelübung die Möglichkeit, Rückfragen und Verständnisfragen zur Einführungsvorlesung in die Rechtssoziologie mit dem Dozenten zu klären.

Soziologische Diskurse der zwanziger Jahre - Brüche und Aktualität (Übung, BA)

Die Übung diskutiert unter genealogischen Gesichtspunkten die Ausgangsfragestellungen bei Weber, Durkheim und Simmel. Sie versucht hierbei insbesondere, die Auseinandersetzungen mit dem Historismus und der Kulturkritik Nietzsches als ein zentrales Motiv der Gründungsphase der Soziologie an systematischen Begriffen wie Rationalität, Gesellschaft, Religion, Ästhetik zu rekonstruieren und zu erläutern.

Risikosoziologie (Seminar, BA)

Die Gegenwart ist gekennzeichnet durch ein wachsendes Maß an sozialer Komplexität und Unübersichtlichkeit. Zugleich ergeben sich in dieser Situation neuartige Entscheidungszwänge und Verantwortungszuschreibungen. Die Soziologie thematisiert diese Probleme seit einiger Zeit unter der Überschrift der ‚Risikogesellschaft‘ (U. Beck). Dabei zeigt sich, dass es sich bei dem Konzept des ‚Risikos‘ selbst um ein soziales Deutungsmuster bzw. um eine Kommunikationsstruktur (Luhmann) handelt, welches für das Verständnis der modernen Gesellschaft eine Schlüsselstellung einnimmt. Das Seminar beabsichtigt, verschiedene Ansätze der Risikosoziologie zu erarbeiten und zu diskutieren, um diese an gegenwärtigen Problemfeldern (ökologische Risiken, soziale Risiken, technologische Risiken, rechtliche Risiken) empirisch zu überprüfen.

Soziologische Zeitdiagnostik - Anerkennung (Seminar, MA)

Das Seminar unternimmt den Versuch, zunächst in die sozialphilosophischen und sozialtheoretischen Grundlagen der Anerkennungstheorie einzuführen. Dabei konzentriert es sich weniger auf die ethischen und moraltheoretischen Begründungen sozialer Wertschätzung, mögen diese sich auf den Einzelnen oder mögliche Identitäten ganzer Gruppen beziehen. Vielmehr reflektiert es den in der Anerkennungstheorie behaupteten konstitutiven Status von Anerkennung als Voraussetzung von Gesellschaft(lichkeit) und sozialer Ordnung, um diesen soziologisch näher zu befragen. Der Schwerpunkt des Seminars soll primär darin bestehen, anerkennungstheoretische Positionen in ihren methodischen und normativen Voraussetzungen soziologisch derart zu analysieren, dass hierin ihre unausgesprochen gebliebenen Annahmen über gesellschaftliche Ordnung, methodischen Individualismus und nicht zuletzt „gelingenden Lebens“ transparent werden.

Lehrveranstaltungen Sommersemester 2021

Theorie 2 - Einführung in die Rechtssoziologie (Übung, BA)

Die Übung „Einführung in die Rechtssoziologie“ vermittelt einen Überblick über normensoziologische Ansätze des Rechts. Sie diskutiert die gesellschaftstheoretische Relevanz des Rechts für die Sozialtheorie anhand klassischer Autoren. Schließlich werden empirische Problemfelder des Risikorechts, des Medizinrechts sowie des transnationalen Rechts genauer bearbeitet.

Rechtssoziologie (Übung, BA)

Die Übung vermittelt an ausgewählten rechtssoziologischen Feldern gesellschaftstheoretische und empirische Problemstellungen der Rechtssoziologie. Sie versteht sich als eine Vertiefung und Ergänzung zur Übung der Einführung in die Rechtssoziologie, um an ausgewählten Problemstellungen die rechtssoziologische Denkungsart näher kennen zu lernen. Ein Interesse an interdisziplinären Fragestellungen sowie die Bereitschaft umfangreichere Texte zu lesen und zu diskutieren wird vorausgesetzt und erwartet.

Der soziologische Rollenbegriff (Übung, BA)

In Deutschland ist die Rollentheorie durch Ralf Dahrendorfs Aufsatz „Homo Sociologicus“ geläufig geworden. Die Übung unternimmt den Versuch, im Anschluss an diese Rollentheorie ihre Aufnahme und Veränderung in den Rollentheorien des Rechts, der Profession sowie der allgemeinen Sozialisationstheorien zu diskutieren und zu rekonstruieren.

Verdinglichung, Entfremdung, Entfremdungskritik (Seminar, BA)

Für die Soziologie war das Problem der Entfremdung und ihre jeweils unterschiedlichen Erscheinungsformen von je her ein beherrschendes Thema. Vor dem Hintergrund der sozialphilosophischen Debatten des 18. und 19. Jahrhunderts thematisiert die Soziologie die Entfremdung des Menschen unter so unterschiedlichen Gesichtspunkten wie Urbanisierung, Technisierung und Rationalisierung, aber auch spezifisch zeitdiagnostischen Beobachtungen wie Individualisierung und Ganzheitlichkeit. Die Vermutung bleibt dabei stets dieselbe: kann es sein, dass die moderne Gesellschaft den Menschen sein eigenes Wesen und ein diesem Wesen entsprechendes Zusammenleben verfehlen lässt? Das Seminar möchte diesen unterschiedlichen Beschreibungen zunächst rekonstruktiv Gehör verschaffen, um dann nach den möglichen Voraussetzungen einer Kritikform der Entfremdung zu fragen.

Hierbei kommen nicht nur Vertreter der kritischen Theorie und ihrer gegenwärtigen Repräsentanten zu Wort, sondern auch Vertreter der philosophischen und soziologischen Anthropologie, welche das Problem der Entfremdung als Freiheitsgewinn bzw. als Ermöglichung einer spezifisch bürgerlichen Lebensform in den Mittelpunkt rücken. Schließlich bemüht sich das Seminar um eine eigene wissenssoziologische Reflexion des Entfremdungsdiskurses, um eine genauere Beobachtung der Verwendung des Entfremdungsbegriffs in gegenwärtigen soziologischen Zeitdiagnosen zu gewinnen und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen. Das Seminar richtet sich insbesondere an Studierende, die Lust auf die Lektüre und Diskussion auch von theoretisch anspruchsvollen Texten haben.