Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie
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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Die Bedeutung von Wissen in der Gestaltung und Regulierung von Gesundheits- und Bildungspolitik in Europa: Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Nationen und Sektoren

knowpolAuf welche Wissensbasis können politische Entscheidungsträger zurückgreifen? Wie funktioniert die Wissenszirkulation zwischen Forschungsinstitutionen und Politik? Fragen dieser Art werden im Rahmen des Forschungsprojektes ‚Knowledge and Policy‘ gestellt und beantwortet. Das Projekt untersucht die Intersektionen von wissenschaftlicher Expertise und politischen Entscheidungsfindungsprozessen. Es sollen Einblicke darüber verschafft werden, wie Fachwissen relevanter Wissenschaftszweige in Form von Expertengremien, Ausschüssen oder Auftragsforschung Eingang in politische Entscheidungen findet. Als Fallbeispiel werden Aspekte der Gesundheits- und Bildungspolitik in Deutschland untersucht.

Das internationale Forschungsprojekt sucht nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den beiden Untersuchungssektoren ‚Bildungs-‘ und ‚Gesundheitspolitik‘ sowie zwischen den teilnehmenden Ländern. Es sollen länder- und sektorspezifische Modelle der Ausgestaltungsmöglichkeiten der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Politik nachgezeichnet werden.

Beteiligte Länder: Deutschland, Belgien, Frankreich, Norwegen, Schottland, Portugal, Ungarn und Rumänien

Beteiligte Personen: Prof. Dr. Armin Nassehi (Leitung), Dr. Alma von der Hagen-Demszky, Dipl.-Soz. Katharina Mayr

Laufzeit: Oktober 2006 - Oktober 2011

Gefördert von: EU

Internetauftritt des Projekts
Übersicht über die EU-Projekte an der LMU

Ethik und Organisation - Klinische Ethik-Komitees: Strukturen ethischer Entscheidungen

Die Vermehrung von Ethik-Komitees in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen verweist auf zweierlei: zum einen darauf, dass die moderne Gesellschaft unhintergehbar mit moralischer Diversität leben muss, zum anderen darauf, dass Entscheidungen in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen zunehmend ohne sichere Entscheidungskriterien gefällt werden müssen. Das interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt beteiligt Theologen und Soziologen. Während die theologischen Kollegen sich in erster Linie für die Frage interessieren, wie sich bestimmte Standards abendländischer Begründungsfiguren in gegenwärtige Entscheidungsroutinen implemenetieren lassen, ist es das Interesse der soziologischen Beteiligten, semantische und strategische Grundstrukturen in ethischen Entscheidungsprozessen herauszuarbeiten. Dabei werden sowohl gesellschaftstheoretische als auch organisationssoziologische und Fragen des Transfers wissenschaftlich begründeter Standards in nicht-wissenschaftliche Handlungszusammenhänge untersucht. Gegenstand der Untersuchung werden in erster Linie medizinische Ethik-Komitees sein.

Weitere Informationen auf der Homepage der DFG: Projektbeschreibung und Forschungsergebnisse

Beteiligte Personen: Prof. Dr. Reiner Anselm (Göttingen), Prof. Dr. Armin Nassehi, Prof. Dr. Traugott Roser, Dr. Irmhild Saake, Prof. Dr. Michael Schibilsky (Inst. f. prakt. Theologie, LMU)

Gefördert von: DFG

Laufzeit: 2002 - 2009.

Todesbilder in der modernen Gesellschaft

Kurzbeschreibung: Nach der Erosion klassischer religiöser und sonstiger traditioneller Todesbilder spürt das Forschungsprojekt alltagsrelevanten Todesbildern nach, von denen anzunehmen ist, dass sie die klassischen und traditionellen Todesbilder entweder substituieren oder erweitern.

Beteiligte Personen: Prof. Dr. Armin Nassehi (Leiter), Dr. Irmhild Saake, Dr. Susanne Brüggen, Dr. Hubertus Niedermaier, Dipl.-Soz. Ursula Niesel, Prof. Dr. Georg Weber (Münster).

Gefördert von: DFG

Laufzeit: 1999 - 2001.

Forschungsprojekt: Optionssteigerung durch produktive Selbstbeschränkung? Resiliente Strukturen experimenteller Institutionalisierung

Moderne Gesellschaften charakterisiert ein Anstieg an Handlungsoptionen bei gleichzeitigem Zuwachs an Entscheidungsdruck.
Mit dem Recht haben sie Prozeduren institutionalisiert, mit welchen auf die exponentielle Zunahme von Entscheidungsproblemen reagiert werden kann. Das Forschungsprojekt untersucht einen möglichen Rechtsformenwandel in der Regulation dieser Entscheidungskonflikte: Gehen mögliche „Resilienzreserven“ des Rechts in diesem Veränderungsprozess verloren? Oder kommt es zu neuen Rechtsformen?

Unter dem Stichwort „rechtliche Selbstbindungsmechanismen“ analysiert das Forschungsprojekt daher sich verändernde Entscheidungsprozeduren moderner Gesellschaften.

Institutionen können handlungsorientierend wirken. Entweder schaffen sie spezifische Programmierungen und Institutionalisierungen („Ethik-Kommissionen“), oder aber sie formulieren abstraktere Prinzipien („Vorsorgeprinzip”), durch die sich für die Beteiligten neue Entscheidungsspielräume eröffnen.
Zu beobachten ist: Immer öfter sind Akteure gezwungen, ad-hoc zu reagieren, ohne dabei auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu können. Denn die neuen Entscheidungssituationen können immer weniger auf Grundlage eines erfahrungsbasierten Wissens entschieden werden.

Daher werden neue Formen der Verantwortung, Transparenz und Partizipation eingefordert. Diese „Lösungsangebote“ erweisen sich jedoch oftmals als ambivalent: Ein Zuviel an Transparenz kann die Entscheidungsfähigkeit wieder mindern, ein Zuviel an Partizipation Desinteresse an politischen Prozessen auslösen.
Den hiermit einhergehenden Rechtsformenwandel untersucht das Forschungsprojekt empirisch an Ethik-Kommissionen (mit Fokus auf das Feld der Biomedizin) und aktuellen Veränderungen im Risikoverwaltungsrecht (mit Fokus auf die Chemikalienregulierung).

Beteiligte Personen: Dr. Stefan May, PD Dr. Dipl.-Ing. Stefan Böschen, Roman Thurn, M.A., Daniel Ellwanger, wiss. Hilfskraft

Gefördert von: Bayerisches Staatsministeriume für Forschung, Wissenschaft und Kunst

Projektdauer: 01.06.2013 - 31.05.2017

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